COMING SOON AUGUST 12, 2026 / SUN ECLIPSE DAY
Apocalyptical ist ein dystopisches Universum aus Büchern und Spielen – ein Labor für Gedanken, die zu Welten werden.

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METRONOMIA – Konzept Art

Die Idee zu Metronomia entstand, während ich an meinem Computerspiel Apocalyptical Prototype arbeitete. Ich suchte nach einer Welt, die sich nicht über Licht und Schatten, sondern über Klang und Rhythmus definiert. Eine Stadt, tief unter der Erde, die niemals das Licht gesehen hat und sich ganz an das Dunkel angepasst hat.

In Metronomia ist Hören überlebenswichtig. Alles orientiert sich am Klang – an Schwingung, Struktur, Resonanz. Die Stadt selbst ist ein Instrument, gebaut um ein gewaltiges Metronom, das im Zentrum schlägt. Es gibt keinen Tag, keine Nacht, keine Sonne. Nur den Takt. Der Schlag des Metronoms bestimmt das Leben, Arbeit, Ruhe, Schlaf. Die Bewohner glauben, der Takt sei das Herz der Welt. Niemand ahnt, dass über ihnen eine Sonne wacht.

Ich wollte diese Stadt nicht chaotisch, sondern musikalisch aufbauen. So entstand der Quintenzirkel als Karte von Metronomia. Acht konzentrische Ringe ordnen das Leben nach musikalischen Intervallen – Prim, Sekunde, Terz, Quart, Quint, Sext, Septim, Oktave. Jeder Ring hat eine eigene Stimmung, eine eigene Funktion, ein eigenes Klangbild. Wer sich in der Stadt bewegt, durchquert im Grunde eine Partitur. Die Architektur folgt der Musik, der Alltag wird zum Takt.

Im Prim-Ring steht das Metronom, der Turm, der alle Schläge vorgibt. Daneben erhebt sich das Spitze Haus, das die Bewohner Stein für Stein für die Fremden errichten – ein Bauwerk, das niemals fertig wird. Niemand weiß, warum sie es bauen. Nur, dass sie müssen.

In den äußeren Ringen leben die Handwerker, die Klangwächter, die Kinder, die Alten. Dort verlaufen die Seile, die wie Spinnennetze durch die Stadt führen. Wer sich bewegt, ertastet seinen Weg an diesen Seilen, erkennt die Richtung an den Vibrationen. Jeder Strang klingt anders, jede Gasse hat ihre eigene Stimme.

Mich faszinieren die kleinen Szenen, die diesen Klangkosmos lebendig machen – Momente, in denen das System kurz aus dem Rhythmus fällt. Der Jahrmarkt im Sekunde-Ring, wenn die Kinder für einen Tag alle Ränge vergessen und der Boden selbst schwankt, sodass jeder gleich wird, egal ob Priestersohn oder Bäckertochter. Oder das Spiel Klangball, bei dem ein Ball aus Kieseln, Dosen und Glocken über den Steinboden rollt und ein ganzes Viertel in Musik verwandelt.

Diese Stadt ist eine Mischung aus Architektur, Mythos und Akustik. Ein Ort, an dem Ordnung durch Klang entsteht und Stille gefährlich ist. Ein Ort, in dem Menschen glauben, der Takt sei das Leben selbst, während über ihnen etwas schläft, das sie nie gesehen haben.

Metronomia ist für mich ein Gleichnis über Kontrolle, Anpassung und die Sehnsucht nach etwas, das jenseits des Taktes liegt. Eine Welt, in der der Klang Ordnung bedeutet, aber auch Gefängnis. Und in der irgendwann jemand wagt, aus dem Rhythmus zu fallen.

Nach Monaten der Entwicklung zwischen Game Design, Konzeptzeichnung und Erzählung ist Metronomia nun als eigenständiges Werk veröffentlicht. Eine Geschichte über Klang, Dunkelheit und die Sehnsucht nach Licht – geboren aus der Idee eines apokalyptischen Prototyps, gewachsen zu einer Welt, in der der Rhythmus alles bestimmt.

Metronomia erzählt von einer Stadt unter der Erde, in der niemand das Licht kennt. Von Menschen, die nach Klang leben, vom Takt eines Metronoms gelenkt. Es ist eine Geschichte über Ordnung und Angst, über Anpassung und Aufbruch, über einen, der beginnt, gegen den Takt zu atmen.


Intro – Metronomia

Niemand in Metronomia hat je das Licht gesehen.

Die Stadt lebt im Dunkel. Dicke Seile spannen sich wie ein Spinnennetz von Ring zu Ring, und wer nach Hause will, ertastet sie mit den Händen, folgt den Knoten, hört dem Summen zu, das durch sie geht. Jeder Strang klingt anders, jeder Block hat seine eigene Stimme.

Durch die Seile trägt der Schlag des Metronoms, damit niemand den Takt verliert. Metronomia liegt auf einem gewaltigen Plateau, tief im Inneren der Erde.

Wer weitergeht, verlässt irgendwann die letzten Mauern und tritt in das, was sie das Meer nennen. Doch es ist kein Meer aus Wasser, sondern eine Wüste aus Staub und Sand. Dort brechen die Töne auseinander, die Echos kehren verzerrt zurück, bis schließlich der Boden endet und die Schlucht beginnt – ein Abgrund ohne Ende.

Im Herzen der Stadt schlägt das Metronom. Zwei Wächter sitzen am Turm, zählen jeden Schlag, ununterbrochen. Während der eine schläft, wacht der andere. Aus ihrem Rhythmus erwachsen die Glockenschläge, die Ordnung bringen: Arbeitszeit, Pausenzeit, Freizeit, Schlafenszeit. So vergeht das Leben – Schlag um Schlag, Takt um Takt.

Über die Einhaltung wachen die Klangwächter. Sie patrouillieren durch die Gassen, lauschen auf Stimmen, Schritte, Atemzüge. Wer schweigt, wer stockt, wer aus dem Takt gerät, gerät in Verdacht.

Neben dem Turm wächst das Spitze Haus der Fremden. Niemand weiß, warum es niemals fertig wird. Doch die Fremden erscheinen manchmal, gehen durch die Straßen, prüfen, kontrollieren, und niemand wagt, ihnen zu widersprechen.

Und über allem lauern die Echolots. Wesen, die Stimmen nachahmen, im Dunkel flüstern und jene reißen, die sich verirren.

So lebt Metronomia. Eine Stadt ohne Augen, geführt vom Klang. Jeder Bewohner trägt ein Melodiespielwerk, das seine Identität verrät. Niemand darf schweigen, denn Schweigen ist Verdacht, und Stille schlimmer als jeder Schrei.

Einmal im Jahr schlägt die Glocke in einem besonderen Muster, das jeder sofort erkennt. Dann verwandelt sich der Sekunde-Ring in den Jahrmarkt.

Die Erwachsenen legen dennoch weiter Steine am Spitzen Haus im Prim-Ring. Die Fremden dulden keinen Stillstand. Doch die Kinder dürfen fort, geführt an Seilen, begleitet von den Stimmen der Händler, und sie füllen die Gassen mit Lachen.

Der Platz bebt vor Stimmen und Stolpern. Der Schwankboden wirft sie alle gleichermaßen durcheinander – Sohn eines Priesters, Tochter eines Brotträgers. Niemand kann sehen, wer neben ihm taumelt. Alle sind nur Atemzüge, Rufe, Kreischen.

Ein Seilspiel zieht die Mutigen an. Wer es berührt, löst Glocken und Rasseln aus, bis die Gasse klingt wie ein Sturm aus Metall. Andere rutschen über glatte Platten, stoßen Dosen zum Dröhnen, lachen, wenn sie im Staub landen. Über allem liegt der Duft von süßem Teig, den die Bäcker mit Absicht zu stark würzen, damit der ganze Ring von der Freude weiß.

Niemand fragt nach klug oder dumm, nach hoch oder niedrig. Im Dunkel ist jedes Lachen gleich hell, jedes Stolpern gleich wahr. Für einen Takt sind sie keine Ringe, keine Schichten, keine Gehorchenden. Sie sind nur Stimmen im Chor.

Dann schlägt die Glocke wieder, fester und ernster. Die Kinder kehren zurück an die Seile. Die Steine müssen weitergetragen werden. Doch in den Gassen bleibt ein Nachhall, wie ein Versprechen, dass auch Freude im Takt wohnen darf.

Und doch gibt es einen, der anders ist.

Sein Name ist Orvian, und er beginnt zu ahnen, dass es mehr geben muss als den Takt und die Dunkelheit.

Mehr Infos

Die Sonne als unsichtbarer Taktgeber

In Metronomia ist die Sonne kein Lichtkörper mehr, sondern ein metaphysisches Metronom.
Sie ist die Quelle des Rhythmus, nicht des Lichts — also:

Sie erleuchtet nicht, aber sie strukturiert.

Das ist das Gegenteil der natürlichen Sonne, die alles sichtbar macht.
Die Metronomia-Sonne dagegen hält die Welt geordnet, auch wenn sie im Dunkeln liegt.
→ Das heißt: Ordnung ohne Sichtbarkeit, Gesetz ohne Bewusstsein.


2. Kosmischer Takt vs. Menschlicher Rhythmus

Die Sonne gibt den Takt, aber der Mensch hört ihn nur.
Das macht sie zu einem übergeordneten Bewusstseinsprinzip,
fast wie eine künstliche Gottheit, die die Frequenz des Lebens vorgibt.

In Metronomia könnten die Menschen daher glauben, dass sie „frei“ sind,
doch in Wahrheit folgen sie unbewusst einer kosmischen Schwingung,
die von der Sonne ausgeht — einer Macht, die jenseits ihrer Wahrnehmung liegt.

Das ist zugleich musikalisch (Takt, Zeit, Schwingung)


3. Die Sonne als verlorenes Auge

Wenn man in dem Bild die Sonne sieht, ist sie ja in einem goldenen Käfig,
eingeschlossen zwischen Säulen — ein gefangenes Gestirn.
Sie sieht nicht mehr, aber sie „weiß“.
Das macht sie zu einem Symbol für blinde Allwissenheit oder automatische Intelligenz.

→ In der Dunkelheit existiert sie als Gedächtnis der Zeit:
Sie zählt weiter, auch wenn niemand hinsieht.

Chronometrie der Stadt – Zeitordnung von Metronomia

Archiv-Eintrag #CH-7 – Apocalyptical Science Division

Metronomia kennt keine Sonne und keinen Himmel.
Zeit wird nicht gesehen, sie wird gehört.

Im Zentrum des Turmes schlägt das Große Pendel, ein massiver Körper aus Metall und Stein, aufgehängt über dem Abgrund.
Sein Ausschlag wird nicht durch Mechanik erzeugt, sondern durch eine Fremdfrequenz
ein ständiges, kaum messbares Signal aus der Ferne eines unbekannten Alien-Planeten der alle 3.600 Jahre in die nähe der Erdumlaufbahn kommt.
Dieses Signal durchdringt Stein, Wasser und Luft gleichermaßen und bildet die Grundlage der metronomischen Zeit.


Aufbau der Zeitordnung

EinheitBezeichnungBedeutung
1 SchlagTaktEin Ausschlag des Pendels – etwa alle 30 Sekunden.
9 600 TakteZyklusDer vollständige Ablauf eines Arbeitstages.
30 ZyklenPeriodeEin vollständiger Umlauf des Turmpendels – 30 Tage.
12 PeriodenGroße OktaveDer vollständige Jahreszyklus der Stadt. Acht Ringe sichtbar, vier verborgen.

Gesetz der Schläge

Zwei Wächter sitzen am Turm, zählen jeden Schlag, ohne Unterlass.
Während der eine schläft, wacht der andere.
Aus ihrem Rhythmus entstehen die Glockenzeiten, die das Leben strukturieren:

„Takt neun-tausend-sechzehn.“
Arbeitszeit.
„Takt neun-tausend-sechzig.“
Pausenzeit.
„Takt neun-tausend-hundert.“
Freizeit.
„Takt neun-tausend-zweihundert.“
Schlafenszeit.

So vergeht das Leben – Schlag um Schlag, Takt um Takt.
Niemand sieht den Himmel, doch alle hören seine Befehle.


Die verborgenen Ringe

Unterhalb der bekannten acht Ringe liegen vier weitere –
sie sind nicht begehbar, aber in jedem Schlag spürbar.
Dort fließt der tieffrequente Strom, die Resonanz, die das Pendel bewegt.
Man glaubt, dass in dieser Tiefe die Kommunikation mit dem Fremden Planeten entsteht:
ein stummer Austausch zwischen der Stadt und einer fernen Welt,
deren Gravitation selbst zum Metronom geworden ist.

Die Klangwächter nennen diese Zone das Untere Register.
Keiner darf hinabsteigen.
Man sagt, wer dort einen Schlag hört, verliert den eigenen.


„Zwölf Ringe, acht sichtbar, vier gehört –
die Stadt lebt im Klang eines fremden Himmels.“

— Archivfragment der Klangwächter, Große Oktave I


Elyra – Das doppelte Fliegen von Metronomia

Apocalyptical Archiv-Eintrag #LYR-02 – Sektion Metronomische Mythologie

Elyra bedeutet „Fliegen“.
Doch in Metronomia ist das Fliegen kein Akt der Freiheit, sondern der Wiederholung.
Was für Orvian Aufstieg bedeutet, ist in Wahrheit ein Kreislauf – eine Bewegung ohne Richtung, ein Takt, der sich selbst imitiert.

Elyra ist zugleich Erinnerung und Täuschung:
die Gestalt seiner verschwundenen Schwester,
und das Symbol seines Glaubens, dass jenseits der Dunkelheit ein Himmel wartet.

Doch Himmel und Erde existieren in Metronomia nicht als Gegensätze.
Sie sind dieselbe Fläche – nur gespiegelt, nur anders gefärbt.


Schwarz und Weiß – Zwei Formen der Blindheit

Metronomia liegt im Schwarz.
Die Antarktis liegt im Weiß.
Beide sind Wüsten, und beide sind blind.

In der Dunkelheit siehst du nichts.
In der Helligkeit erkennst du nichts.
Die eine Welt löscht die Sicht aus, die andere den Sinn.
Beide führen zur gleichen Stille.

Elyra ist der Versuch, aus dieser Stille zu entkommen –
und zugleich der Beweis, dass kein Entkommen möglich ist.
Denn jede Richtung endet im selben Takt.


Der Irrtum des Aufstiegs

Orvian glaubt, Elyra nach oben zu folgen.
Er verlässt die Stadt, trägt ihre Flügel und steigt empor –
doch der Himmel, den er erreicht, ist nur ein weiterer Boden.

Die Antarktis ist kein Paradies, sondern eine zweite Metronomia:
eine Wüste aus Licht, wo das Seil fehlt,
und wo der Wind klingt wie das Echo der Glocke.

Er hat den Ort gewechselt, nicht den Zustand.
Er fliegt – aber er fliegt im Kreis.


Philosophie der Bewegung

In Metronomia ist jede Bewegung eine Form von Gehorsam.
Das Pendel schlägt, die Glocke ruft, die Körper folgen.
Fliegen, Fallen, Steigen, Schweben – alles ist nur eine andere Art,
im Rhythmus zu bleiben.

Elyra verkörpert diesen Widerspruch:
Sie steht für Freiheit durch Bindung,
für den Wunsch, dem Takt zu entkommen,
und die Unmöglichkeit, ohne ihn zu existieren.


Das Echo der Schwester

Elyra ist nicht tot.
Sie ist ein Geräusch, das zu lange bleibt.
Ein Wort, das in den Wänden weiterklingt,
bis niemand mehr weiß, wer es zuerst gesprochen hat.

Orvian glaubt, er folgt ihr –
doch er folgt nur der Resonanz, die sie hinterlassen hat.

„Er glaubte, Elyra sei dort, wo das Licht beginnt.
Doch Licht ist nur Dunkelheit, die den Takt gewechselt hat.“

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